Stadt will den Ameisenbläuling retten
Hier müssen die Ameisen umziehen

Bagger bei der Aufnahme eines Nestes. | Foto: Stadt Forchheim
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  • Bagger bei der Aufnahme eines Nestes.
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FORCHHEIM (bk/rr) – Im künftigen Gewerbegebiet „Bertelsweiher“ im Forchheimer Süden, in dem sich die BayWa zeitnah ansiedeln will, wurden nun mehrere Ameisennester der Art Myrmica rubra (Rote Gartenameise) umgesetzt. Die Nester wurden von Experten lokalisiert und mit Hilfe eines Schaufelbaggers auf eine südlich gelegene Wiese verbracht, informierte das Sachgebiet Stadt- und Verkehrsplanung des Stadtbauamtes Forchheim.

„Der Grund für die Umsiedlung der Tierchen ist der hohe naturschutzfachliche Stellenwert eines Schmetterlings, der im Gebiet festgestellt wurde“, erklärt Diplom- Biologin Rotraud Krüger vom Stadtplanungsamt, „der Dunkle Wiesenknopf- Ameisenbläuling gilt als sogenannte FFH-Art, die besonders streng geschützt werden muss. Seine Lebensweise ist eng mit der Roten Gartenameise verbunden. Das Falterweibchen legt seine Eier an der Wirtspflanze der Raupen, am Großen Wiesenknopf ab. Die aus dem Ei geschlüpften Raupen bohren sich in den Blütenkopf und fressen die Blütenanlagen und den Samenboden. Sobald sie eine gewisse Größe erreicht haben, lassen sie sich zu Boden fallen und warten, bis sie von den Knotenameisen aufgesammelt und in deren Bau getragen werden.

Sie betreiben dabei chemische Mimikry, in dem sie Duftstoffe ähnlich denen der Ameisenbrut abgeben. Daher tragen die Arbeiterinnen der Ameisen die Raupen in ihr Nest, wo sie sich unbemerkt von der Ameisenbrut ernähren. Nach ihrer Verpuppung verbleiben sie im Nest bis sie ab Juli des nächsten Jahres schlüpfen.“ Durch den Erhalt der Ameisennester sollen die Wirtsameisen weiterhin als „Winterquartier“ für den seltenen Schmetterling zur Verfügung stehen. Ein Monitoring wird das ganze Vorhaben begleiten.

Bagger bei der Aufnahme eines Nestes. | Foto: Stadt Forchheim
Absprache unter Fachleuten: Dr. Herrmann von der Firma GEOTECHNIK GmbH, Marko Eigner – Experte für Schmetterlinge vom Büro „Umweltplanung Marko Eigner“ mit seiner Tochter Camilla Eigner und Diplom-Biologin Rotraud Krüger vom Stadtplanungsamt.
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling am Blütenköpfchen des Großen Wiesenknopfes. | Foto: Stadt Forchheim
Autor:

Roland Rosenbauer aus Forchheim

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