Burg Rabenstein auf Weltbühnen-Niveau
Iskandar und Noorman Widjaja verzaubern mit Geige und Klavier

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Viele Gäste konnte Sabine Dess zum Konzert im Renaissance-Saal von Burg Rabenstein begrüßen. Sie gab einen Rückblick auf den letzten Sommer mit der zauberhaften Aktion der Ehrlich Brothers mit halbseitig gelähmten Kindern, die unter "Magic Moves" in der ZDF Mediathek abrufbar ist, und einen Ausblick auf die Eröffnung der Saison am kommenden Wochenende. Dann konnte sie die Familie Widjaja, Musiker auf Weltniveau, präsentieren.

Zunächst musste Noorman Widjaja auf die Schiene an seinem Finger hinweisen, er spiele also mit 9 Fingern. Er zeigte schon beim ersten Stück, der Franz Schubert Serenade "Leise flehet meine Liebe, kommet durch die Nacht zu dir!", dass er trotzdem so großartig, wie viele nicht mit zehn Fingern, spielt. Als Studenten hätten sie das umformuliert in "Läuse, Flöhe, meine Liebe, ich komm heute Nacht zu dir!". Er sei auf Bali aufgewachsen, aber die deutsche Sprache auf den Schallplatten seines Vaters habe ihn so fasziniert, dass er sie gelernt habe.

Danach betraten Iskandar Widjaja mit Geige und seine Mutter Zin am Klavier die Bühne mit dem Präludium in C-Dur, Wohltemperiertes Klavier von Bach. "Johann Sebastian Bach ist meine Religion.", ein Zitat von
Iskandar Widjaja. Das wurde hörbar. Der Ausnahmekünstler wurde ganz jung nach einem Vorspiel von 200 Bewerbern fürs Geigenfach  aufgenommen. Kostbare alte Instrumente stellen Sammler ihm für die Auftritte zur Verfügung, darunter eine Stradivari von 1690. Die indonesische Seite seiner Familie ist ebenfalls größtenteils der Musik verpflichtet, die Kompositionen des Großvaters Udin Widjaja sind berühmt, der Onkel Noorman ist Dirigent und Pianist, die Mutter ist ebenfalls Pianistin, die Tante Balletttänzerin. Die stille Zeit der Pandemie hat auch Iskandar Widjaja Gelegenheit gegeben, sich auf eigene Kompositionen zu konzentrieren. Er tritt auf den großen Bühnen der Welt auf und unterscheidet nicht zwischen Klassik und Pop. Er lebt die Musik! Egal ob bei der "meditativen Klangmalerei" (so Iskandar) bei Antonin Dvoráks romantischen Stücken und Carlos Gardels "Por una cabeza" oder "Kiss the rain" von Yiruma und "Cardas" von Monti.

Noorman Widjaja ist ganz stark bei einer Komposition seines Vaters "Weg der Erleuchtung". Er sei Buddhist und mit den Aphorismen aufgewachsen: "Du bist, was du denkst. Was du denkst, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an. Und was du anziehst, bestimmt dein Leben."

Das ist vielleicht die beste Beschreibung für das Gefühl dieses Abends. Diese Familie hat eine wunderbare Ausstrahlung und lebt Musik. Mit Richard Wagners Abendstern von Noorman, einer fantastischen Interpretation von Porky & Bess Summertime von Iskandar und als Zugabe die Meditation von Thais von beiden geht der Abend unter stehendem Applaus zu Ende.

Autor:

Edith Link aus Nürnberg

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